Germany Tour 2010 with Red Alert

From East to West

In English please!



30.04.10 – Wurzen


Es sollte also wieder sein.
Die Produzenten und Red Alert sollten sich wieder „die Bretter die die Welt bedeuten“ teilen.
Am Freitag, 30.04. ging´s los. Wir starteten in Stuttgart mit dem üblichen Mobil in Richtung Ostzone.
Bis ca. 50 km vor Nürnberg ging das auch ganz gut. Dann aber dachten sich die Franken, dass ein Stau von knapp 25 km Länge ganz nett wäre. Und wenn sich die Franken mal was in den Kopf gesetzt haben…
Nun gut. Irgendwann schlugen wir dann in Wurzen auf.



Es ist ein idyllisches Fleckchen Erde, zwanzig Minuten hinter Leipzig. Kopfsteinpflaster und national orientierte Jugendliche die vorgenanntes vermutlich mit dem Schädel verlegt haben. Daher auch ihre unglaubliche Dummheit. Das aber nur am Rande.
Wir waren angetreten um mit den örtlichen Antifaschisten zu Gunsten der Trojanskins Moskau auf die Kacke zu hauen. Außer uns waren noch die Buben von Empowerment am Start. Und natürlich Red Alert.
Die Briten waren schon vor uns angereist und hatten das lokale Brauereiprodukt schon mal
auf´s Genaueste begutachtet. Wie sollte es auch anders sein? Wir hatten ernste Mühe den Vorsprung aufzuholen. Aber dank Karle blieb es nicht bei einem Rückstand. Unentschieden wurde vom Unparteiischen bescheinigt.
Aber vor dem Ende der Feierlichkeiten stand ja noch ein Konzert. Pünktlich um keine Ahnung wann standen wir auf der Bühne. Gut waren wir auch! Das Publikum hat zumindest keine Anstalten gemacht zu fliehen. So ´ne halbe bis dreiviertel Stunde waren wir die Herren des Punkrocks. Dann aber gaben die Herren Empowerment so richtig Gas. Junge, junge! Das ist Hardcore der seinem Namen Ehre macht. Die Jungs liefern ein Brett ab das kein Auge trocken lässt. Das wurzener Publikum war ordentlich angetan. Später am Abend sind die Jungs dann noch nach Berlin gefahren um am 1. Mai den Soundtrack zu den alljährlichen Reibereien mit den Cops zu spielen.
Dann trat der alte Mann des Punkrock an Wurzen zu bespaßen. Das Publikum war begeistert.
Wir auch! Und die Briten auf der Bühne wohl auch. Zumindest sah es so aus als wolle man beweißen wo der Punkrockhammer hängt. Und wie hoch. Und überhaupt. Steve „Cast Iron“ Smith und seine Band wussten mit neuen und vor allem alten Songs zu begeistern. Rundheraus ein gelungener Konzertabend.
Danach war das übliche trinken, reden und beim trinken reden angesagt.
Bis in die frühen Morgenstunden.



01.05.10 – Oberhausen



Dann der Schock! Die Nacht war rum! Wir mussten nach Oberhausen. Warum haben wir uns nur von Gambrinus und seinen Schergen breitschlagen lassen? Immer die gleiche Frage. Aber egal! Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Hans und Luna ging´s dann auf die Piste. Beim Spritnachfassen wünschte ich den Tankstellenfachangestellten noch einen revolutionären ersten Mai und wurde dafür ungläubig angestarrt. Seltsam.
Dann war Oberhausen dran. Die Veranstalter hatten die Schau um ca. eine halbe Stunde nach hinten verlegt, auf das sich noch mehr Publikum einfinden sollte. Gute Idee! Aber die Baboons mussten trotzdem vor leeren Rängen spielen. Schade eigentlich! Gut, Skapunk ist jetzt nicht das auf was ich abfahre, aber die Regensburger liefern den Scheiß doch sehr sauber ab! Da haben die anwesenden Ruhrpottkanaken schön was verpasst! Ätschgäbele! Dann kamen wir an die Reihe. Und was soll ich sagen: Die Bude füllte sich zusehends. Sogar ein äußerst überschaubarer Pogomop bildete sich. An dieser Stelle mal ein Danke an die fünf! Aber Spaß hatten wir auf jeden Fall. Guter Sound vor und auf der Bühne und Spielfreude gepaart mit super Songs und ausgefeilten Texten. Was will man mehr?
Die nächste Band selbstverständlich! Das waren die Offenders. Schön geschmeidiger Twotone Ska aus dem sonnigen Italien. Schön! Nur eine Woche vorher hatte ich die Herren schon in Stuttgart gesehen. In Oberhausen waren sie eingesprungen (mit Backflip) weil irgendwer abgesagt hatte.
Ab jetzt hatte ich alle Hände voll zu tun mit der Nüchternbleiberei. Ich hatte immerhin die ehrenvolle Aufgabe die Sunderlander zu ihrem Flieger nach Weeze zu bringen. Ich muss sagen: Alkoholfreies Becks schmeckt genauso beschissen wir Becks mit Alkohol! Pfui Deibel!
Die anderen Bands gingen an mir vorbei. Leider. Aber ich musste ja auch mal was essen, Scheißbier trinken und mit allen möglichen Leuten ein Schwätzchen halten.
Zum Frankfurter Erfolgsexport Stage Bottles war ich dann wieder am Start. Souverän wie gewohnt wurde die Halle gerockt. So wie man es erwartet. Aus der anfangs erwähnten halben Stunde Zeitverschiebung war inzwischen locker eine Stunde geworden. Das Publikum konnte aber immer noch.
Also ging die Sunderland-Noise-Explusion, bekannt auch als Red Alert, auf die Bühne. Wenn ihr mal in die Fotos schaut und das zusammengesunkene Häufchen Elend auf der Treppe seht, dann werdet ihr sicher staunen wenn ich euch sage: Das war ca. eine viertel Stunde vor der Show! Aber Steve „Cast Weasle“ Smith steht immer wieder auf! Das Bier das ihn umlegt muss erst noch erfunden werden! Die Buben gaben alles! Leider fiel dem Publikum während der Show ein, dass sie noch Milch auf dem Herd hatten. Die Halle leerte sich langsam. Aber auch für eine halbleere Halle gaben die Herren vom Roten Alarm gas. Man ist sich ja was schuldig.
Geistig war ich schon am feiern aber in der Fantasie ist ja einiges möglich! Ich musste ja noch die britischen Supertanker an den Flughafen bringen. Wobei Flughafen echt viel gesagt ist. Aber die Arschgesichter von Ryanär fliegen ja nur von Kuhweiden aus. Und so musste ich mitten in der Nacht noch knapp 130 km hinter mich bringen bis auch ich in den wohlverdienten Genuss von Boose kam. In nur 1,5 Stunden näherte ich mich dem Level der anwesenden Spaßvögel gefährlich an. Gegen halb sechs hat´s mich dann aber auch gerissen. Schlafes Bruder war angesagt.
Am nächsten Morgen war: der Schädel dick, kein Frühstück am Start und die örtlichen Angeber noch immer am trinken. Also nix wie das Equipment gepackt, die Hühner gesattelt und nach Hause geritten. Zu Hause ist es halt doch am schönsten. Mal schauen wann es uns wieder in die Zone oder in den Pott verschlägt. Angebote haben wir an diesem Wochenende jedenfalls genug erhalten. Und schön war´s auch! So!



written bei Fabian aka Big Mama