Back from touring with The Prowlers!




(English version is coming up soon)



The Prowlers und Produzenten der Froide
- Germany Tour 2011 -



Start war, wie nicht anders zu erwarten, Stuttgart, die schöne Perle am Neckar. Wir hatten uns etwas Zeit genommen und das „Szenespalten“ und „rot sein“ unterbrochen, um mit den Prowlers aus Kanada einen Kurztrip durch die Republik zu tun. Dann mal los, boys!
Wir fuhren auf öffentlichen Straßen mit dem Volkswagen (Wagen des Volkes, liebe Genossen) in die Zentrale des Kapitalismus. Frankfurt. Dort erwartete uns schon der Veranstalter in einem niedlichen kleinen Club. Die Raumstation liegt umgeben von einem netten kleinen Park im Stadtteil Rödelheim. Auch die Kanadier waren schon am Start. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde bei Frischbier und Äppler (Most) wurde aufgebaut, der Sound gecheckt und die vegane Version von „Alles in einem Eimer“ probiert. Dann wartete man/frau auf musikalische Aktivitäten. Für einen Donnerstag Abend in einer mittelgroßen Provinzstadt war dann auch gut was los. Die Bude war recht voll. Bei 60 – 70 zahlenden Gästen stand jedem etwa ein halber Quadratmeter Tanzfläche zur Verfügung. Der Club ist wie schon erwähnt nicht wirklich groß. Wir starteten wie gewohnt unser fantastisches Set und eilten von Song zu Song. Nach circa einer dreiviertel Stunde hatten wir dann alles gegeben. Das Publikum zollte den nötigen Respekt und bekundete Gefallen an unserem Auftritt.
Dann schlugen die Prowlers zu. Schöner rauer Oi!Punk aus dem Land des Eishockeys. Ein Kracher jagte den nächsten. Die Jungs haben es verdient sich auch in old europe einen Namen zu machen. Auch bei den Prowlers war das Publikum nicht sparsam mit Zuneigungsbekundungen. Die Prowlers hatten dann nach etwas mehr als einer Stunde sauber den Fisch geputzt und das mit Jetlag! Der eben genannte Jetlag bewahrte uns aber nicht vor einem mittelprächtigen Absturz in der Au. Dort waren wir untergebracht. Wir beschlossen den Abend mit Bierchen, Äbblwoi und Tischkicker.



The day after begann mit einem zünftigen Frühstück im Freien. Die Hessen hatten vorsorglich schönes Wetter parat. Das nenne ich Organisationstalent! Dann aufsitzen und ab an den Rheinstrand. Einmal von links nach Quer durch die Republik, nach Düsseldorf. Das AK 47 war schnell ausgemacht und die Reisemobile geparkt. Dann warteten wir noch ein halbes Stündchen auf die Mannen von United Struggle. Als die dann aufgetaucht waren, starteten wir gemeinsam in die Altstadt der Modestadt. Wir besuchten ein Brauhaus um dort zünftig zu speisen. Das seltsame an Düsseldorf ist nicht die Sprache oder das der Neckar dort Rhein heißt. Nein! Es ist die Tatsache, dass es wohl Brauhäuser gibt, aber kein Bier! Die haben da nur so dunkelbraunes Zeug in viel zu kleinen Gläsern. Die Eingeborenen nennen es Alt. Schmecken tut´s aber ganz frisch. Aber wie heißt es so schön: andere Länder, andere Fritten. Wir labten uns also an Haxe, Rouladen, Sauerkraut und Altbier. Die Besucher aus der neuen Welt waren begeistert. Klischee erfüllt! Dann noch etwas bummeln an den Gestaden von Väterchen Rhein und in einem anderen Brauhaus noch Alt nachgefasst.



Nun aber zurück zum AK 47. Dort wurde wie üblich der Sound gecheckt, Bier probiert, blöd raus geschwätzt und an der Spaltung der Szene gearbeitet. Der Fricken und eine nette junge Frau deren Namen ich schon wieder vergessen habe (tschuldi), hatte auch noch sehr leckere Kartoffelsuppe gezaubert. Ohne auch nur einem Fitzelchen Tier drin. Da kann sich manch ein Veranstalter mal ein Scheibchen abschneiden! Vegetarisches Essen kann auch schmecken! Nur kochen muss man können!
Wer das AK kennt, weiß dass es nicht wirklich groß ist. Aber geil! Die Lokation war gerappelt voll und die Stimmung war am kochen. Die Genossen United Struggle machten den Auftakt. Für die Herren quasi ein Heimspiel. Conehead gab wie gewohnt alles und Alex präsentierte einen gewohnt miesen Geschmack, was die Wahl seiner Obertrikotage angeht. Tim und Daniel waren aber auch sichtlich erfreut an der Reaktion des Publikums und gaben fett Gas. Runde Sache was die Jungens da abliefern. Da wird sicher noch was draus. Aus denen und uns. Genossenliebe und so. Gemeinsam spalten wir die Szene und werden dunkelrot!
Dann wieder die Produzenten. Noch besser als am Vortag! Geile Show abgeliefert, selber viel Spaß gehabt. Passt!
Dann die Prowlers. Das Publikum war entzückt! Wirklich bekannt sind die Nordamerikaner bei uns ja nicht. Aber abgefeiert wurden sie wie alte Bekannte. Vielleicht lag´s auch an ihrem Peter and the testtube Babies Cover? Wie auch immer… geile Show, geile Aftershowparty! Keine besonderen Zwischenfälle. Nur ein Pfosten im Vorfeld, der dachte es sei eine gute Idee mit KB-T-Shirt aufzulaufen. Musste dann aber schnell nach Hause. Hatte noch Milch auf dem Herd.
Die Nacht war kurz. Der Tag sollte länger werden. Nach einer schnellen aber nicht minder ordentlichen Dusche, ging es ins „Linke Zentrum“. Dort wurden neben der Szene auch noch Eier und Brötchen gespalten. Frisch gestärkt war der Weg frei nach Esslingen. Und ab!
Heimat, schöne Heimat! Wir waren wieder zu Hause. Na ja, fast. Aber nah dran. Im Komma dann wieder das Übliche. Bier, Sound, Futter, geistreiche Gespräche. Dann der erste Höhepunkt des Tages. Es ging vom Esslinger Bahnhof geschlossen durch die City zum Komma. Mit Fahnen, Sprechchören und der Aufmerksamkeit der Uniformierten. Die folgten uns dann bis zum Komma und traten dann in Fußballmannschaftsstärke vor eben diesem auf. Lustig und überhaupt nicht Autoritär. Kleinstadtbullen eben. Soll erfüllt!



Dann die Show. Im Vorfeld wurde schon die ein oder andere unerwünschte Person der Tür verwiesen. Was denken sich diese Spacken eigentlich? Es findet ein Konzert statt unter einem klar antifaschistischen Motto. Und trotzdem finden sich irgendwelche bekannten und unbekannten Schwachköpfe ein, die das nicht kapieren wollen. Alle Bands die hier gespielt haben, haben ganz klare antifaschistische Ansichten. Alle sind sich einig im Kampf gegen Faschisten und Rassisten. Trotzdem findet sich irgendwelches rechtsoffenes Geschmeis ein und wundert sich dann fürchterlich wenn sie nicht mitfeiern dürfen. Ihr seid so dumm wie ihr braun seid! Fuck you, fencewalkers!
Das Konzert war der Kracher und erster Höhepunkt des noch recht jungen Jahres. Alle vier Kapellen haben fett abgeräumt. Allen voran The Oppresssed. Hit nach Hit und eine Band die sichtlich Spaß hatte. Auch die Prowlers präsentierten sich von der allerbesten Seite und zogen das Publikum mit in die Welt der guten Unterhaltung. Die Szenespalter der Froide und Wasted Youth hatten praktisch Heimvorteil. Was das Publikum auch zu schätzen wusste. Die Kuh flog im Prinzip dauernd und auch ordentlich tief. Es war ein geiles, internationales Publikum, das geilen internationalen Bands einen geilen Abend bescherte.



Oh, what a night! Es besteht berechtigter Wunsch vieler Beteiligter den ganzen Spaß zu wiederholen. Und seid euch gewahr: der Tag wird kommen!


Was mir noch zu sagen bleibt:
Alerta, Alerta, Antifascista!


written by Fabian aka Big Mama.